Rainer Hess in Khao Lak  2006
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Khao Lak hatte sich ein Jahr nach dem Tsunami gegen aller Berichte erholt, zwar lagen einige ehemalige Hotels noch in Schutt und Asche bzw. andere wurden gerade mĂŒhevoll wieder her gerichtet, aber im Ort selbst merkt man nichts mehr von dieser Katastrophe. Wobei allein die Region Khao Lak 4225 der 5395 Todesopfer in Thailand zu beklagen waren.

 Wir buchten ein Zimmer im Sunset Beach Hotel .

 Am schönsten Strandabschnitt des Sunset Beach liegt das Hotel in den Hang gebaut, malerisch von viel GrĂŒn umgeben, unmittelbar neben dem Khao Lak Nationalpark.
1 Jahr nach dem Tsunami war das Hotel nur zu einem Drittel belegt, die Zimmer waren sauer und großzĂŒgig. Durch die Lage des HauptgebĂ€udes muss man zwischen seinem Zimmer und Strand einige Treppenstufen zurĂŒcklegen, nichts fĂŒr Menschen mit Gehbehinderungen. Das Neue NebengebĂ€ude liegt etwas nĂ€her zum Strand. Das FrĂŒhstĂŒck wurde am Strand serviert, kleines Buffet mit frischem Obst, Toast, etc. Die EingeschrĂ€nkten Englischkenntnisse der Neuen Angestellten ( Das alte Personal bis auf einen Kellener starb beim Tsunami oder wollen nicht mehr in der nĂ€he des Meeres arbeiten ) wurden durch ihre LiebenswĂŒrdigkeit und BemĂŒhungen, uns jeden Wunsch zu erfĂŒllen, locker wettgemacht.

Die Gartenanlage ist sehr gepflegt, der Pool wĂ€re bei einer vollen Belegung des Hotels eventuell zu klein, fĂŒr uns hat es ausgereicht. Mit dem Taxi fuhren wir jeden Abend zum Essen in den ca. 1 km entfernten Ort, dort war das essen viel Billiger als im Hotel und man konnte zwischen den vielen Restaurante wĂ€hlen. Der Ort besteht aus verschiedenste Arten von Souvenirshops, Restaurante, Tauchbasen, SupermĂ€rkte und Bars, bei den abendlichen SpaziergĂ€ngen durch den Ort, schaute ich mich gleichzeitig nach einer guten Tauchbasis um.

Ich entschied mich fĂŒr die Tauchbasis „IQ-Dive“ bei der ich 4 Tagestouren buchte, und war mit der Tauchbasis rundum zufrieden, nette und vor allem kompetente Tauchguide  und auch der ganze Logistische Ablauf verlief sehr gut.

Der Hafen liegt ca. 20 Minuten sĂŒdlich von Khao Lak, jeder Taucher wird mit dem Sammeltaxi der Tauchbasis direkt vom Hotel abgeholt und zum Hafen gefahren und natĂŒrlich nach dem Tauchen wieder zum Hotel zurĂŒck gebracht.
Die Tauchsachen kann man im Auto lassen, sie werden bis zum nÀchsten Tauchgang verwart und dann wieder mitgebracht.

Auf dem Speedboot geht’s dann zu den jeweiligen TauchplĂ€tzen, manche Tauchbasen verfĂŒgen ĂŒber grĂ¶ĂŸereBoote; auf diesen Booten ist die Fahrt sicher angenehmer und entspannter, dafĂŒr dauert die Fahrt lĂ€nger und es befinden sich deutlich mehr Taucher und Schnorchler an Bord.
An Bord gibt es gekĂŒhlte Softdrinks und zwischen den TauchgĂ€ngen ein ThailĂ€ndisches Essen. 1 Jahr nach dem Tsunami arbeiten mehrere Tauchbasen zusammen um die Boote voll zubekommen.

Gleich mein erster Tauchgang fĂŒhrte zum Richelieu Rock, dieser Tauchplatz wird als einer der besten der Welt bezeichnet. Sicherlich Ansichtssache, fĂŒ r mein Teil kann ich sagen, dass es der schönste Tauchplatz ist, an dem ich bisher getaucht bin. Der Felsen ist mit Hart-, Horn- und Weichkorallen ĂŒberzogen, daneben wachsen SchwĂ€mme in unterschiedlichsten Formen, ich hatte den Eindruck in einem Blumengarten zu schweben. Die Tierwelt lĂ€sst auch keine WĂŒnsche offen.

Um nur einige Arten zu nenne, von Anglerfischen, Seepferdchen, Geisterpfeifenfische, verschiedenste Arten von Garnelen und Nachtschnecken bis hin zu MurÀnen, Drachenkopf, Anemonenfische, Rotfeuerfische, Barrakudas, Riesenzackenbarsche war alles vorhanden.
Teilweise verdeckte ein riesiger Schwarm vom Glasfischen den Felsen so, dass man sie mit der Hand zur Seite schieben musste um die ganzen Sachen darunter zu sehen.
Richelieu Rock ist bekannt fĂŒr hĂ€ufige Sichtungen von Walhaien, Mantas sowie Riff- und Leopardenhaie, dies blieb mir leider vorenthalten.

 

FĂŒr meine zweite Tagestour hatte ich mich fĂŒr Similan Island’s eintragen lassen.

Die Similan Island ist eine Inselgruppe ca. 50km vom Festland entfernt, sie mĂŒssen den vergleich mit dem Rotem Meer sicher nicht scheuen. Seit 1982 sind die 9 Similan Inseln ein Nationalpark. Die SimilanÂŽs beherbergen ca. 200 Arten von Stein- und ca. 350 Arten von Weichkorallen, auch hier ist der Fischreichtum ungebremst, stĂ€ndig drehen Riffhaie ihre Runden an den vielen Passagen und Schluchten die sich in den laufenden Gezeiten gebildet haben.
Die Zeit zwischen den beiden TauchgĂ€ngen verbrachten wir in der Bucht der Insel No. 8, herrliches TĂŒrkisblaues Wasser luden hier zum zusĂ€tzlichen Schnorcheln ein.

Meine dritte Tauchfahrt fĂŒhrte mich zu den TauchplĂ€tzen von Koh Bon und Koh Tachai.
Koh Bon verfĂŒgt eine Steilwand an der SĂŒdwestseite der Insel und hat den Ruf bester Tauchplatz Thailands zu sein um
vorbeiziehende Mantas zu beobachten. Ich hatte das GlĂŒck, dass ein Manta vorbeizog zudem sah ich mehrer Arten von Nacktschnecken und die Typischen Fische die im Andaman Meer vorkommen. 
Koh Tachai ist bekannt fĂŒr die regelmĂ€ĂŸige Sichtung von Fledermausfischen, Barrakudas, Mantas und Walhaien, natĂŒrlich bietet dieser Tauchplatz auch tolle Makromotive wie Garnelen, Nacktschnecken, Steinfisch bis hin zum Manta kam mir alles WĂŒnschenswerte vor die Kamera

 Bei meiner letzten Tagestour tauchte ich am Boonsung Wrack. Das Wrack ist ein 1984 ca. 30 Minuten Bootsfahrt vor der KĂŒste versenkter Zinnbagger. Die Kraft der Tsunamiwelle zerlegte die Metallkonstruktion in drei Teilen. Die Fauna ist sehr vie lfĂ€ltig, Fische aller Art in Massen, da die sie sich an die Taucher gewöhnt haben, machen sie zum Teil kaum Platz. Das Wrack ist fĂŒr viele Fische die Kinderstube, hier trifft man hĂ€ufig auf Jungfische aller Art.

Bei meinen TauchgÀngen betrug die Sicht nicht viel mehr als 5 Meter, trotzdem hatten sich diese TauchgÀnge sehr gelohnt. Ich sah wieder viele verschiedene Arten von Nacktschnecken, MurÀnen und Garnelen, zudem Skorpionsfische, Rotfeuerfische, Geisterpfeifenfische, Igelfische bis hin zum Leopardenhai

Fazit: Nicht nur die TauchplĂ€tze vor Khao Lak sind ein Traum, besonders die Freundlichkeit der Menschen hier ist einzigartig, in Khao Lak kann man mehrere Kilometer am feinen Sandstrand entlang laufen. Am Strand ist es herrlich ruhig, da Wassersportarten wie Jetski und Bananenboot verboten sind, fĂŒr ca. 5,-€  kann man sich direkt am Strand 1 Stunde lang massieren lassen. Von Khao Lak aus kann man auch vieles Überwasser unternehmen. Fast schon ein muß ist eine Tour zum James Bond Felsen (Der Mann mit dem Golden Colt), der Fels an sich ist nicht unbedingt die Attraktion, sondern die ganze Tour. Bei unserer Tour besuchten wir außer dem James Bond Felsen noch einem Tempel mit einer riesigen Buda Statur, fuhren durch Mangroven und zu einem Wasserfall, und sahen viel andere Dinge von diesem wunderschönen Land. Khao Lak an sich ist nicht mit dem turbulenten Phuket zu vergleichen, und ich hoffe es bleibt auch noch lange so!