Männertörn 2005
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Männertörn auf der MV AMELIA

03.11. bis 10.11.2005

Ein Bericht von Ove

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Vom 03.11. bis 10.11.2005 veranstalteten die Fun Divers den in regelmäßig zweijährigen Abständen wiederkehrenden Tauchtörn, der uns wieder an das Rote Meer nach Ägypten führte. Wir wählten nochmals die Südtour, die uns eine Vielzahl von bisher nicht bekannten Tauchspots ermöglichte.

Die besuchten Riffs

Route

Route

Abu Galawa Soraya Reef

Abu Galawa Soraya Reef

Dangerous Reef St

Dangerous Reef St

Gota Sataya Reef

Gota Sataya Reef

Gota Shiriniat Reef

Gota Shiriniat Reef

Malahi Reef

Malahi Reef

Marsa Abu Dadab Reef

Marsa Abu Dadab Reef

Naba Abu Dabab Reef

Naba Abu Dabab Reef

Sha'ab Marsa Alam Reef

Sha'ab Marsa Alam Reef

Sha'ab Sharm Reef

Sha'ab Sharm Reef

St

St

Abgesehen von einer steifen Brise, die uns manchmal zumindest an Board hin und wieder mal frösteln lies und die doch heftig aufgewühlte See, die nicht jedem zuträglich war, hatten wir gutes Wetter und die Wassertemperaturen im Süden kamen noch auf 28° Celsius, was den im Shorty tauchenden sehr entgegen kam.

Die MV AMELIA, eines von vielen Safaribooten des Veranstalters www.emperordivers.com ist für achtzehn Personen konzipiert und wurde von elf Fundivern mit noch weiteren vier Tauchfreunden komplettiert, sodass noch einigermaßen ausreichend Platz für alle zur Verfügung stand. Bei einer Vollbelegung geht es doch sehr eng zu, zumal die Doppel-Kajüten im Oberdeck nicht gerade mit üppigem Platzangebot aufwarteten.

Nach der Landung auf dem International Airport Marsa Alam erfolgte ein kurzer Transfer per Kleinbus in den Hafen von Ras Galib wo die AMELIA vor Anker lag, die für unseren einwöchigen Trip unser Zuhause sein sollte. Nach einem herzlichen Willkommen durch unsere Tauchguides Ute und Jim, die uns mit dem üblichen Regelwerk an Bord vertraut machten, verbrachten wir die erste Nacht noch im Hafen.

Am Morgen, nachdem auch die ägyptische Bürokratie zufriedengestellt war, verließen wir Ras Galib in Richtung RAS SHONA zum Checkdive. Nitrox war für diesen Tag noch nicht vorgesehen, sollte aber am darauffolgenden Tag zur Verfügung stehen.

Am RAS SHONA wurden wir während des Checkdives von Fledermausfischen empfangen, die sich ihr Revier mit allen bekannten Rifffischen teilten.

Vom RAS SHONA aus ging es mit zweistündiger Fahrt nach Süden. Ursprünglich sollte ABU DABAB angefahren werden, aber die Wetterprognose für die anstehende Woche ließ nichts Gutes erwarten, sodass der Plan das ELPHINSTONE Riff auf dem Rückweg anzulaufen geändert wurde und wir direkt Kurs zum ELPHINSTONE Riff aufnahmen – was unser Glück war.

Hier am ELPHINSTONE starteten wir vom Boot aus auf der Westseite unseren Driftdive in Richtung Südplateau. Auf dem Weg dorthin gab es jede Menge Muränen und Napoleons zusehen. Am Südplateau, in ca. 23 Meter Tiefe waren bereits eine Vielzahl von Tauchern versammelt, die sich an dem Haispektakel erfreuten. Im Meer von aufsteigenden Luftblasen kreisten über den Köpfen der Taucher vier stattliche Weißspitzenriffhaie, die sich anschickten immer näher an uns heran zu kommen. Es war schon ein beeindruckendes feeling so nah den Haien zu sein. Selbstverständlich wurden diese Eindrücke filmisch und fotografisch festgehalten, sodass auch wir mal sagen können, wir waren mit den Haien auf Tuchfühlung. So ging der erste Tag mit fantastischen Bildern, die sofort nach dem Tauchen auf dem Bildschirm betrachtet werden konnten, zu Ende.

Vor uns lag jetzt die lange Anreise zu den St. Johns Riffen. Unmittelbar nach dem Tauchen am ELPHINSTONE nahm die AMELIA Fahrt auf und brachte uns nach 14stündiger, sehr bewegter Fahrt im Morgengrauen zu den Riffen. Richtig schlafen während der Fahrt konnten nur die wenigsten. Aber wir waren ja zum Tauchen da; erholen kann man sich nach dem Törn.

Gegen sechs Uhr starteten wir unseren ersten Early-Morning-Dive, zum Teil mit Nitrox, am GOTA SORAYA im immerhin noch 28° warmen Wasser. Begleitet wurden wir während des Dives von mehreren Napoleons, eine Muräne kreuzte unseren Weg und ein unzählbar großer Schwarm von Glasfischen wuselte an einem Überhang. Nach einem üppigen Frühstück und einer kleinen Verschnaufpause in der wärmenden Sonne folgte der 2. Tauchgang am gleichen Riff. Danach verlagerten wir zum südlichsten Punkt unseres Törns. Das DANGEROUS -Riff war unser Ziel. Von hier aus ist es nur noch 40 km bis zum Sudan. Warum der Name – es konnte keine plausible Erklärung gefunden werden. Weder Strömung noch angriffslustige Meeresungeheuer beeinflussten einen relaxten Tauchgang, der wiederum mit farbenprächtiger Flora und Fauna aufwartete. Der Night-Dive folgte am selben Riff. Und nach den ersten vier absolvierten Tauchgängen konnte der Tag nach einem guten reichhaltigen Essen und einigen Deko-Schoppen ausklingen.

Recht früh am Morgen, so gg. 04.30 Uhr, weckten uns die Schiffsdiesel mit ihren sonoren Geräuschen und bereiteten uns auf den 3. Tauchtag vor, der am UM ARUK begann und nach dem PARADISE -Riff am GOTA SATAYA endete. Noch weit vor sieben Uhr und einem ausführlichen Briefing wurden wir ins Nass entlassen. Manch einer unserer Clique entwickelte sich zum genialen Nacktschneckenjäger und konnte triumphierend mit schönen Exemplaren, wie Rotmeer-Nembrotha, Pyjama-Chromodoris, Gift-Warzenschnecke und nicht zuletzt die Spanische Tänzerin auf DigiCam gebannt zurückkehren.

Der vierte Tag bescherte uns am MALAHI -Riff einen von Durchbrüchen durchzogenen Irrgarten, der mit wunder-wunderschönen (sprach's mit Utes Worten) Weich- und Steinkorallen sowie Gorgonien bewachsen war. Eine große Schule von Wimpelfischen und Großaugen-Straßenkehrern wiesen uns den Weg durch das Labyrinth, wie uns Ute im Briefing bereits zur Orientierung mitgegeben hat.

Am ABU GALAWA SORAYA konnten wir ein kleines Wrack (Segeljolle) inspizieren was vor einigen Jahren gesunken war, in dem sich ein Schwarm von Glasfischen tummelten.

Nach Fahrt zum SHIRINIAT GOTA -Riff, wo wir auch unseren Night-Dive machten, wurden wir beim Tauchen von einem Schwarm Makrelen begleitet.

Nach erfolgter Passage zum SHA'AB SHARM begann der fünfte Tag wie gewohnt sehr früh. Bereits gg. 06.00 Uhr konnten die ersten Barakudas und mehrere Stein- und Skorpionfische gesichtet werden. Nach dem ersten Tauchgang des Tages gesellte sich eine größere Schule (ca. 20) Delfine um die ankernden Boote.

Viele waren nicht mehr zu halten. Zogen ihre Masken und Flossen an und ließen sich per Zodiak in die Nähe der Delfine bringen, um sie aus kurzer Distanz zu beäugen. Das Resultat dieser Aktion: Schöne Nahaufnahmen vom Flipper.

Nach der Flippereuphorie tauchten wir noch ein zweites Mal am SHA'AB SHARM mit der Hoffnung Delfine beim Tauchen zu sehen. Leider vergebens. Aber ihr Pfeifen war zu hören.

Nach diesen Erlebnissen nahm die AMELIA wieder Fahrt auf in Richtung Norden und brachte uns ans Riff SHA'AB MARSA ALAM , wo das Wrack des Safaribootes „LEGENDE“ liegt, das vor drei Jahren während einer Tauchsafari bei einer Nachtfahrt auf das Riff aufgelaufen war und sank. Die „ LEGENDE “ liegt in ca. 12 Meter Tiefe und wird langsam zur Behausung von diversen Meeresbewohnern. Leichter Korallenbewuchs ist bereits vorhanden. Viel zu sehen gibt es am Wrack allerdings nicht. Abgesehen von einer Seenadel die sich gut getarnt an den Planken langschlängelte und zwei Teppichkrokodilsfischen die dösend am Grund in der Nähe des Wracks lagen.

Da wir schon seit zwei Tagen auf dem Weg nach Norden waren konnten wir feststellen, dass sich auch die Wassertemperatur um zwei bis vier Grad verändert hat. Von angenehmen 28° C waren nur noch 24° C geblieben, die uns Shorty-Tauchern doch ganz schön zum Frieren brachte. Aber wir hatten sowieso nur noch einen Tauchtag vor uns, den wir auch noch locker im Kurzen absolvieren wollten.

Der letzte Tauchtag des Männertörns fand am Riff MARSA ABU DABAB statt. Dieser Spot, bestehend aus einer riesigen Seegraswiese die bei ca. 20 Metern Tiefe beginnt und bis auf Strandhöhe aufsteigt, wird vorzugsweise von Dugongs, Gitarrenrochen und Schildkröten bewohnt.

Beim Briefing zu unseren letzten Tauchgängen wurden uns die aufgezählten Highlights versprochen. Bis auf die Dugongs waren mehrere Gitarrenrochen und Schildkröten anzutreffen, die von mächtigen Schiffshaltern begleitet wurden. Die riesigen Schildkröten weideten trotz unserer Neugierde in aller Seelenruhe das Gras ab, stiegen kurz zum Luftholen auf und setzten ihre Nahrungsaufnahme fort, ohne sich an uns zu stören. Ein wunder-wunder schöner Tauchgang zum Abschluss.

Mit diesen Eindrücken verließen wir in Richtung Ausgangspunkt unser einwöchiges Tauchrevier.

Den letzten Tag verbrachten wir im neu eröffnet „Coral Beach Diving Hotel“ im Hafen von Ras Galib.

Und zu guter letzt noch eine kleine persönlich erlebte Episode mit dem wohl allen bekannten lieben Clown- oder Anemonenfisch „NEMO“. Dass die Clownfische mit ihrer Anemone in Symbiose leben und dass sie bis zum letzten Hemd sie auch verteidigen hat sich zwischenzeitlich auch rumgesprochen. Aber wie aggressiv NEMO dabei vorgeht durfte ich am eigenen Körper life erleben. Wie eine Rakete schoss dieser Winzling aus seiner Behausung und biss mich in die linke Hand. Die Attacke hinterließ auf meiner Haut eine kleine schmerzhafte Wunde, die erst nach ca. einer Woche vollständig verheilt war. Das Nesselgift zeigte somit seine Wirkung.

Abschließend sei noch erwähnt, dass die Crew uns stets freundlich und zuvorkommend bei allen Belangen unterstützt hat und unser Smutje uns mit guter Küche verwöhnt hat.

Gut Luft

Ove

Und hier ein paar Eindrücke: