Ove im Herbst 1999
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Ein Reisebericht von Oveove1

Ägypten, Safaga Holiday Inn bei DUCK'S

Nach meiner ersten Erfahrung mit Salzwasser im Atlantik, genauer gesagt im Gewässer vor Teneriffa, möchte ich einen kleinen Beitrag leisten zur Rubrik "Tauchberichte". Leider war es mir nicht vergönnt euch einen ausführlichen Bericht über das Tauchen vor Teneriffa zu schreiben, da mich, - eine wohl bei Tauchern öfters auftretende Krankheit- daran hinderte. Ich hatte mir wohl oder übel eine leichte Mittelohrentzündung nach dem vierten Tauchgang zugezogen, so dass ich, mal abgesehen von den ersten Eindrücken die ich als Newcomer gewinnen durfte, nur die Tauchbasis "Barakuda Tauchclub" in Adeje lobend erwähnen möchte.

Das Team, dass von Heinz und Petra Scheffler geleitet wird und Unterstützung durch Guido, Sophie und Dennis erfährt, war wirklich "erste Sahne". Nicht unerwähnt sollte auch bleiben, dass Heinz SCHEFFLER u.a. mit Veröffentlichungen in der Zeitschrift "Tauchen" von sich reden machte.

Aber nun zum eigentlichen Tauchbericht. Ich möchte euch von meinem einwöchigen Trip nach Safaga am Roten Meer berichten, den ich mit zehn Kollegen in der ersten Dezemberwoche unternahm. Vorab ist zu erwähnen, dass wir sechs Taucher und fünf Schnorchler sind, wobei einer, besser gesagt eine von den "Schnorchlern" zum Schluss noch einen Schnuppertauchgang machte und Gefallen an unserem Sport fand, so dass wir davon ausgehen können in Zukunft ein weiteres Mitglied begrüßen zu dürfen.

Unser Domizil war das Hotel "Holiday Inn", dem die Tauchbasis "DUCK'S" angeschlossen ist und wo wir eincheckten. Nach Vorlage des Logbuches und Attestes erhielt jeder für seine Ausrüstung einen Korb, der dann samt Inhalt im Abstell-Trockenraum abgestellt wurde. Der aus Dachlatten wegen der guten Durchlüftung, gezimmert Verschlag hatte mehrere Aufbewahrungsmöglichkeiten aufzuweisen, wie eine Vielzahl von stabilen Kleiderbügeln für die nach den Tauchgängen doch sehr schwer geworden Tauchanzüge. Zur Tauchbasis "DUCK'S gehört auch ein altes Muli, dass den mit Pressluftflaschen und den Körben beladen Karren von der Basis bis zum Bootsanlegesteg mehrmals am Tag hin und her zieht. Wir vereinbarten für den Nachmittag unseren ersten Tauchgang, der wie üblich nur zur Tarierung diente. Am Hausriff, dass sich unmittelbar am Bootsanlegesteg befindet, tauchten wir dann zwischen den dort ankernden Booten in östlicher Richtung ab.

Ich war enttäuscht von den miserablen Sichtverhältnissen die sich mir und den anderen boten. Die vereinzelten kleinen Fische, die mir regelrecht verlassen vorkamen und die wenigen Korallen, stimmten mich sehr nachdenklich. Dass soll das traumhafte Rote Meer sein? Da habe ich auf Teneriffa mehr gesehen, schoss es mir durch den Kopf. Nach ca. einer Stunde war dieser Tauchgang vorbei. Meine erste Frage an unseren Tauchguide Rene, den ich in Folge noch vorstellen möchte, war," war's das?"

Rene hatte alle Hände voll zu tun, um uns zu beruhigen und erklärte: "Das ist nicht das Rote Meer. Was wir morgen sehen werden, dass wird euch überzeugen, wenn wir zu den Riffen rausfahren."

An dieser Stelle sollte ich vielleicht erwähnen, dass Rene erstens ein Kollege von uns ist und er als erfahrener Taucher angesehen werden kann, zumal er weit über 300 Tauchgänge in fast allen Meeren nachweisen kann. Auf alle Fälle hatte er mehr Tauchgänge als alle Angestellten unserer Tauchbasis, so dass wir getrost, mal abgesehen vom Briefing vor Ort, auf einen Guide der Tauchbasis verzichten konnten. Der übliche Check-Tauchgang, der i. d. R. auch erforderlich sein soll, konnte hier entfallen, weil wir zusammen auch in unseren heimischen Gewässern des öfteren Tauchen gehen und uns sehr gut kennen.

Beim "Dekoschoppen" in der Tauchbasis erfuhren wir dann, was uns am folgenden Tag erwartet, wenn es mit dem Tauchen richtig los geht. Wir waren alle sehr gespannt, zumal Rene schon einige Male am Roten Meer zum Tauchen war.

Nach einem geselligen und lustigen Abend im Hotel gingen wir relativ früh zu Bett, um für den nächsten Tag, der leider schon sehr früh begann, 07.00 Uhr Aufstehen, 07.30 Uhr Frühstück und 08.30 Uhr Abfahrt mit dem Boot zum Riff, fit zu sein.

Riffbersicht Safaga

Das Rote Meer erwartete uns schon. Bei herrlichem klaren Himmel, keine Wolke war in Sicht, die Sonne gab alles, trafen wir uns auf dem Boot und konnten es kaum noch erwarten endlich ans Ziel zu gelangen, dass da war “"TOBIA KEBIR Nach ca. 30 Minuten Fahrt erreichten wir unseren ersten "richtigen" Tauchplatz. TOBIA KEBIR ist ein großes rechteckiges Riff mit einer Kette von drei Ergs, die sich nach Südwesten erstrecken. Die Westseite ist lagunenartig, die Ostseite fällt terrassenförmig auf ca. 15m ab. Strömung war nur von Norden her zu erwarten. Wir tauchten bei einer Wassertemperatur von angenehmen 26°C in einer durchschnittlichen Tiefe von 7m und bekamen ein farbenprächtiges Unterwasserschauspiel geboten. Zwischen den Korallen wuselte es nur von Kleinfischen, wie Fahnenbarsche, Juwelenzackenbarsche, Süßlippen, Falterfische, Papageienfische, Preußenfische, Grundeln, Rot- und Strahlenfeuerfische, Eidechsenfische, Soldatenfische, Kofferfische und Seenadeln. Für uns Newcomer war dies ein beeindruckendes Erlebnis und wir konnten den zweiten Tauchgang kaum abwarten, der nach dem Mittagessen anstand.

Unsere Bootscrew, unter Leitung des Kapitän, den ich freundlicher Weise "Kapitän AHAB" taufte, schipperte uns in die Nähe der Landzunge SOMA BAY, wo wir ankerten. In der Kombüse zauberte uns die Besatzung ein kleines Mittagessen, mit warmen und kalten Gerichten. Zu Trinken gab es an Bord Mineralwasser, Cola oder auch warmen Tee, der nach jedem Tauchgang sehr wohltuend schmeckte, zumal das Umkleiden bei dem starken kühlen Wind uns doch leicht frösteln ließ. Für ein bis eineinhalb Stunden war erst mal "Siesta" angesagt. Danach wurden die Anker gelichtet und es ging zum zweiten Tauchplatz "SHAB TOBIA ARBAA", der auch unter dem Namen "Seven Pillars" oder "Sieben Türme" bekannt ist, obwohl "ARBAA" vier heißt. Es sind aber tatsächlich sieben Türme, die hoch und schmal gewachsen sind und auf einem sandigen Grund stehen.

Bedingt durch die Landzunge SOMA BAY treten hier keine Wellen und Strömungen auf. Die sieben Türme stehen in unmittelbarer Sichtweite, so dass es bei der Orientierung keine Probleme gibt, wenn manden ersten Turm "abgetaucht" hat und sich nach einem weiteren Erg umschaut. Unser Tauchgang führte uns auf ca. 18m max. bei einer durchschnittlichen Tiefe von 9,60m und einer Wassertemperatur von 24° C. Zu sehen gab es mit Weichkorallen bewachsene Überhänge in denen sich Schwärme von Fahnenbarsche und Beilbauchfische tummelten. Ein weiteres Highlight war ein großer Strahlenfeuerfisch der in unmittelbarer Nähe vor uns herschwamm.

Auch er, wie alle anderen interessanten Fische wurden von Heike "abgeschossen" - natürlich nur mit der Kamera - Heike, unsere Unterwasserfotografin, hat es tatsächlich geschafft, bei jedem Tauchgang einen 36er Film zu belichten.

Soweit zu unserem ersten Tauchtag, den wir nach Rückkehr zur Tauchbasis beim "Dekoschoppen" noch mal Revue passieren ließen. Bei frischem kühlen Bier, - was wir uns verdient hatten -, wurden dann die Logbücher unter Zuhilfenahme von Fisch- und Pflanzenbestimmungsbücher ausgefüllt.

Unser Tauchequipment konnten wir getrost an Bord belassen, da wir am darauffolgenden Tag wieder das gleiche Boot belegten. Wer wollte und das war die Mehrheit,nahm allerdings seinen Lungenautomaten samt Tauchcomputer mit sich. Nach der Devise "sicher ist sicher".

Nach dem Abendessen machte sich dann die erste leichte Müdigkeit bemerkbar, die aber schnell verflog, als der Vorschlag gemacht wurde "lasst uns doch zum Ausklang des Tages eine Wasserpfeife bei türkischen Mokka rauchen"! Was wir dann taten. Bei der Größe unserer Runde bestellten wir gleich drei Wasserpfeifen, jede mit einem anderen Aroma. Wir wählten Pfefferminze, Apfel und Pfirsich. Mir persönlich mundete Pfefferminze am besten, es hatte einen leichten samtigen Geschmack , nicht so der Apfel, er hatte einen etwas ungewöhnlichen Geschmack, der einem zum Husten reizte. Auch sehr aromatisch war der Mokka, der seine besondere Würze durch Kardamom erhielt.

Der zweite Tauchtag führte uns am Morgen zum Riff "TOBIA HAMRA". Das Riff liegt ca. 30 Minuten von Safaga entfernt in nordöstlicher Richtung und wird im Süden von der sandigen Insel "TOBIA ISLAND" begrenzt. Ähnlich wie das Riff "TOBIA ARBA" profitiert auch "TOBIA HAMRA" von der Landzunge SOMA BAY. Es sind kaum Wellen oder Strömungen vorhanden.

Unser Tauchgang führte uns in eine Tiefe von ca. 19m, wobei sich allerdings das bunte Treiben der Meeresbewohner in einer durchschnittlichen Tiefe von ca.10m abspielte. Zu sehen gab es die uns schon bekannten Fische, die wie in Tauchgang eins beschrieben wurden. Schön anzuschauen waren auch die Vielzahl der Hartkorallen.

Nach dem obligatorischen Mittagessen an Bord und einer kleinen Siesta schipperten wir dann zum 2. Tauchplatz - "GAMUL KEBIR" Dieses große runde Riff liegt nördlich von Safaga Island und weist in seiner Mitte eine runde Lagune mit türkisfarbenen Wasser auf. Also auch ein interessanter Platz zum Schnorcheln. Im Nordosten des Riffs liegen drei kleine von Seegras umsäumte Ergs die von einem langen Riff im Süden begrenzt werden. In einer relativ niedrigen Tiefe von ca. 8-9m tauchten wir bei mäßiger Strömung dieses Revier an. Schnapper, Gelbklingendoktor- und Drückerfische sowie eine Menge von bunten farbenfrohen Kleinfischen begleiteten uns bei diesem Tauchgang.

Den dritten Tag begannen wir am Riff "RAS ABU SOMA", was an der Ostseite der Landzunge SOMA BAY liegt. Dieses Riff eignet sich hervorragend für Strömungstauchgänge. In der Regel kommt die Strömung aus Norden. Das Riff hat eine steile Wand, die sich nach Süden hin zu einem Plateau verjüngt. Anzutreffen sind hier große Tischkorallen, Fledermausfische, Doktorfische und Schnapper.

Unsere Tauchtiefe lag bei ca. 17m, wobei es durchaus möglich war bis auf 35m hinab zu tauchen. Dort unten befindet sich ein Höhle, die von Weichkorallen umgeben ist, wie uns unser Tauchguide Ina beim Briefing mitteilte.

Ralf bekam bei diesem Tauchgang Probleme mit den Ohren; es war ihm nicht mehr möglich einen Druckausgleich durchzuführen, so dass er an die Oberfläche musste. Für ihn hatten sich leider auch alle weiteren Tauchgänge erledigt, da sich keine Besserung einstellte und er sogar einen Arzt konsultieren musste, der ihm letztendlich ein labiles Trommelfell bescheinigen musste.

Der zweiten Tauchgang an diesem Tag, der wie üblich nach einem köstlichen Imbiss an Bord und einer kleinen Siesta begann, wurde am Riff "SHAB TOBIA SORAYA" vollzogen was ca. 30 Minuten östlich von Safaga liegt. Das Riff besteht aus mehreren Ergs, die ypsilonförmigzu drei miteinander verbunden Ketten angeordnet sind und sich in einer Tiefe von 12-15m befinden. Die östliche Ergkette weist einen Canyon und einen Tunnel auf, der von weißen Weichkorallen bewachsen ist. Unsere durchschnittliche Tauchtiefe betrug hier ca. 9m. Die Fauna bot uns hier die mittlerweile bekannten Kleinfische, aber auch mehrere Blaupunktrochen und als weiteres Highlight bekamen wir Newcomer zum ersten Mal einen Hai zu sehen. Es war ein ca. 1,50m langer Weispitzenriffhai, der schlafend in seiner Höhle verharrte. Heike kam dies gerade zu passe. Ein Foto nach dem anderen wurde geschossen, um auch den Nichttauchern zu dokumentieren, welches Leben sich unter Wasser abspielt. Beim täglichen "debriefing", man kann auch sagen beim "Dekoschoppen", hatten wir natürlich den anderen einiges zu erzählen. Weißspitzenriffhai und Blaupunktrochen, - dass war schon was -! Somit war auch unser vorletzter Tag ein voller Erfolg.

Er war gekommen, - unser letzter Tauchtag. Wir konnten es kaum glauben, dass es schon soweit ist. Wieder bei herrlichem Wetter, die See hatte sich über Nacht beruhigt, - zumindest waren keine Schaumkronen auf dem Wellenkamm zu erkennen - wählten wir nach vorheriger Absprache mit Kapitän "AHAB" das "PANORAMA RIFF" zu unserem Ziel. Auch mit an Bord waren zwei "Schnorchler" aus unserer Gruppe, die die Fahrt zum Riff überhaupt nicht lustig fanden, zumal nach Verlassen der schützende Küste das Rote Meer sich von einer Seite zeigte, die wir noch nicht kannten. Große langgezogene Wellen, die unserem Boot, insbesondere "AHAB" einiges abverlangte. Auf und nieder, immer wieder und dass über eine Stunde lang, bis wir das schützende Riff vor uns liegen sahen. Für unsere Schnorchler war das zu viel. Sie kamen überein, die Fische "zu füttern". Auch ich verspürte einen leichten Druck im Magen, der sich aber nach Erreichen des Riffes normalisierte.

Das "PANORAMA RIFF" auch unter "ABU ALAMA" bekannt, liegt ca. 60-90Minuten von Safaga entfernt, in östlicher Richtung. An der Nordseite des Riffes befindet sich in einer Tiefe von ca. 20-25m ein Plateau, dass wir von der Ostseite her antauchten. Wir stießen auf sehr starke Strömung die unseren Luftvorrat stark dezimierte, insbesondere meinen, da ich sowieso zu den "Vielatmern" oder auch "Luftfressern" zähle. Vorab verabredeten wir, dass wir bei diesem Tauchgang bei Erreichen von 120 bar Zeichen geben. Es hat bei mir nicht lange gedauert. Ich war wieder mal der erste, aber was soll’s! Abseits des Plateaus fällt das Riff ab bis in eine Tiefe von nahezu 200m. Ein gigantischer Anblick. Unter uns nur dunkelblaues bis schwarzes Wasser. Wir konnten erkennen das eine anderen Tauchgruppe sich weit unter uns aufhielt. Nur noch die Luftblasen konnten wir orten, von den Tauchern selbst war nichts zu sehen.

Das Riff ist übersät mit wunderschönen Korallen aller Arten wie Lederkorallen, Netz- und Feuerkorallen, auch Schwämme wie Feuerschwamm und Syphonschwamm wurden angetroffen. Der Rückweg war dann absolut easy. Von der Strömung getrieben, glitten wir an der Riffwand entlang bis zu unserem Ausgangspunkt.

Auf dem Weg zum Boot begegnete uns unmittelbar unterhalb des Ankerplatzes ein großer Napoleon samt Putzerfisch. Richtig majestätisch schwebte er im Meer. Während des Austauchens konnten wir beobachten, dass er sich nicht von der Stelle bewegte. Es sah fast so aus, als genieße er unseren Anblick. Nach dem Sicherheitsstopp kam dann ein etwas schwieriges Unterfangen. Bedingt durch starken Seegang war es fast unmöglich den Anfang der Bootsleiter zu ergreifen. Wir wurden hin und her geworfen. Wurde eine Sprosse ergriffen und ein Bein bei der anderen eingehängt, schlug die nächste Welle uns von der Leiter wieder fort. Erst beim zweiten- oder dritten Mal klappte es dann. Ich habe mir dabei beide Knie an der Leiter aufgeschlagen.

Den zweiten Tauchgang unternahmen wir am gleichen Riff, nur tauchten wir jetzt in südliche Richtung, unterstützt durch mäßige Strömung an der Riffwand entlang. Der Tauchgang führte uns in eine Tiefe von ca.25m vorbei an herrlichen mit Korallen bewachsenen Riffwänden. Rene und Heike entdeckten in einer Felsnische eine dahin dösendegraue Riesenmuräne, die sich auch von dem Blitzlichtgewitter was über sie hinab prasselte nicht stören ließ. Ganz in der Näheder Muräne lag auf einer Sandbank ein Weißspitzenriffhai, der sich leider beim Annähern von uns aus dem Staub machte. Ansonsten waren wieder fast alle Fischarten, die ich bereits bei anderen TG beschrieben habe anzutreffen.

Nun war er da, unser ultimativer letzter Tauchgang, der ein Nachttauchgang sein sollte. Nach Rückkehr vom "PANORAMA RIFF" zur Tauchbasis wurden neue Flaschen geladen, unsere "Schnorchler" hatten endlich wieder festen Boden unter den Füßen, wir konnten uns noch ein wenig stärken, Kaffee, Pommes und Bierund dann ging es schon wieder aufs Boot. Unser Tauchplatz war das Riff "GAMUL KEBIR", dass wir schon von einem Tauchgang kannten. INA, unsere Tauchguidin erklärte beim "Briefing", dass das Tauchen bei Nacht unter anderen Sicherheitsvoraussetzungen stattfindet und die maximale Tauchzeit von 45 Minuten nicht überschritten werden sollte. Sie erklärte weiter, welche Fische wir jetzt bei Nacht antreffen können und wie sie sich verhalten können, insbesondere vor den Rotfeuerfischen, die sich vom Licht der Lampen angezogen fühlen, sollten wir Respekt haben.

Wir tauchten in zwei Gruppen. Unsere Gruppe wurde von Rene geführt. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit für die Augen wurden die Tauchlampen aktiviert. Endlich konnte ich mal meine Lampe voll zum Einsatz bringen. Ich war selbst überrascht welche Leuchtkraft eine 50 Watt-Birne unter Wasser hat. Vom Grund bis zum Riffdach konnte alles ausgeleuchtet werden.

Auf dem Hinweg begegnete uns in Höhe des Riffdaches ein ca. 1,50m langer Weißspitzenriffhai, der leider nur für kurze Zeit sich im Lichtkegel der Lampen zeigte und dann hinter der Riffkante verschwand. Die bewachsenen Ergwände zeigten sich im Lampenlicht in einer phantastischen Farbenvielfalt. Wir konnten es kaum glauben, wie wunderschön die Unterwasserwelt bei Nacht ist, insbesondere die nachtaktiven Fische zeigten ihre Farbenpracht. Nach ca. 20 Minuten traten wir den Rückweg an. Wie schon vorhergesagt zog das Licht die Rotfeuerfische magisch an. Es wimmelte nur so von dieser Art. Ein Blaupunktrochen kreuzte unseren Weg zu unserem Sammelplatz, wo wir verabredungsgemäß die Lampen löschen wollten, um uns ein Schauspiel von fluoreszierendem Plankton anzuschauen. Nachdem alle Lampen ausgeschaltet waren und eine kurze Zeit vergangen war, wurde mit den Armen wild hin und her geschlagen. Was sich dann auftat war unglaublich. Ein Sternenhimmel unter Wasser kam zum Vorschein. Überall funkelte und glitzerte es. Es sah tatsächlich so aus als würde man bei einer klaren Sommernacht den Himmel auf Erden sehen.

Ein wenig später, die Zeit schritt voran, tauchten wir Richtung Boot zurück und begegneten dabei einem großen Großflossenriffkalmar, der sich in Grundnähe aufhielt. Er war weiß bis perlmuttfarben. Erst als er die Flucht ergriff wechselte seine Farbe in Rot.

Dany entdeckte zum krönenden Abschluss noch mein Lieblingstier. Eine ca. 40 mal 60 cm große "Echte Karettschildkröte", die sich gemächlich auf uns zu bewegte. Ein Großteil der Lampen wurde gelöscht, so dass sie nicht gleich die Flucht ergriff. Sie steuerte schnurstracks auf Rene zu und erst im letzten Moment schwamm sie unmittelbar an Renes Schulter vorbei. Ein beeindruckendes Erlebnis. Danach wurden wir aufmerksam auf ein schlangenähnliches Etwas. Es schlängelte am Grund entlang, war ca. 60 bis 80 cm lang und schwarzweiß gestreift. Ich dachte gleich - eine Seeschlange. Aber nix da. Es handelte sich nur um einen "Roten Meer AAL" wie uns Rene nach dem Tauchgang sagte.

Abschließend kann ich sagen, dass der Nachttauchgang der schönste von allen war, aber auch das ist nur subjektiv zu bewerten.

Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass Michael, genannt "HECKI" mit Bravour sein "OPEN WATER" Brevet erlangte und auch die nach PADI vorgeschriebene Taufe mit Bestnoten bestanden hat.

Ich hoffe, dass der Bericht euch ein wenig über das faszinierende Unterwasserleben von Safaga vermittelt hat und möchte darauf hinweisen, dass es südlich von hier in Richtung Quiser noch vielfältiger und schöner sein soll.

Und zu guter letzt möchte ich mich recht herzlich bei allen die an diesem Tauchbericht mitgewirkt haben bedanken; insbesondere gilt mein Dank meiner Tauchpartnerin Dany und ihrer lieben Mutter, ohne deren Zutun dieser Bericht nicht zustande gekommen wäre. Mit freundlichen Grüßen Ove.

Zum Abschluss möchte ich euch noch meine Tauchgruppe vorstellen

 

rene(300)

heike(ca. 250)

danny(25)

ralf(21)

hacki(14)

ove1(29)

(Anzahl der Tauchgänge)