Tauchflaschen
fisch_ani
[Home] [Wissen] [Tauchflaschen]

Transport von Tauchflaschen

Mit diesen Zeilen möchte ich nicht das ganze Thema 'Beförderung von Gefahrengut' erörtern, ich denke hierfür gibt es im Internet genug Information. Vielmehr sollte hier grob umrissen werden worauf Taucher achten sollten.

Alle Formulare die hier erwähnt und zum Download bereitgestellt werden, wurden nach bestem Wissen erstellt bzw. zusammengetragen und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder/und Richtigkeit.

Das Fazit mal zu erst: Beförderungspapier ja oder nein?

Grundsätzlich gilt, dass für jeden Transport von gefährlichen Gütern gemäss Rn. 2002 ADR Beförderungspapier sowie Weisungen über das Verhalten bei Unfällen mitzuführen sind. Auf diese Beförderungspapier kann in Ausnahmefälle, die weiter unten angesprochen werden, verzichtet werden.
Diese Ausnahmen gelten jedoch nur im innerstaatlichen Verkehr. Das heißt bei der Beförderung von Tauchgeräten / Sauerstoff / Nitrox usw. im Ausland ist immer ein Beförderungspapier mitzuführen. Ein Beispiel eines solchen Befrderungspapiers und eine dazugehörige Bemerkung findet ihr hier.
Auch auf die Weisung über das Verhalten bei Unfällen, kurz 'Unfallmerkblatt', kann im innerdeutschen und mit Einschränkung auch im Grenzüberschreitenden Verkehr verzichtet werden, wenn die Gesamtbruttomasse von 1000kg nicht überschritten wird. Auch ein 'Unfallmerkblatt' findet ihr hier.

Sehen wir uns das Ganze mal genauer an

Alle Gasse auch Luft (Pressluft) die als verdichtetes Gasgemisch der Klasse 2 Ziffer 2 Buchstabe a) unterliegt bei der Beförderung per Beförderungseinheit den Vorschriften der Gefahrgutverordnung Strasse (GGVS) und dem Europäischen Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR).

Beförderungspapier und Ausnahmen

Für jede Beförderung gefährlicher Güter auf der Strasse ist entsprechend der Anlage A Rn 2002 Abs. 3 Buchstabe a GGVS/ADR ein Beförderungspapier mitzuführen.
Auf ein Beförderungspapier darf nach Nr. 55 der Gefahrgut-Ausnahmeverordnung (GGAV) bei innerstaatlichen Beförderungen verzichtet werden, wenn die höchstzulässige Gesamtbruttomasse, z.B. von Pressluftflaschen je Beförderungseinheit, nach Rn 10011 bei Luft 1.000 kg - nicht überschritten wird.
Diese Vorschriften über das Mitführen oder die Befreiung vom Beförderungspapier gelten auch für leere, ungereinigte Verpackungen (Gasflaschen/Pressluftflaschen).
Das Beförderungspapier hat dann einen anderen Inhalt.
Dieses ist für die Praxis irrelevant, da unsere Pressluftflaschen ja noch einen Restdruck und damit einen Inhalt haben.
Pressluftflaschen sind also auch nach Gebrauch noch als Gefahrgut definiert.

Kennzeichnung von Pressluftflaschen

Auf jeden Fall müssen Pressluftflaschen gemäß Rn 2224 Abs. 1 mit dem Gefahrzettel Nr. 2 (Symbol Gasflasche, schwarz oder weiß auf grünem Grund, kleine Ziffer "2" in der unteren Ecke) gekennzeichnet sein.
Die Gefahrzettel am Flaschenhals weichen von der normalen, die 10 x 10 cm beträgt, ab; sie können auf ca. 2 x 2 cm verkleinert sein.
Verantwortlich für die Kennzeichnung ist der Verpacker/Befüller der Flasche.
Voraussichtlich ab 1997 sind die "Pressluftflaschen", zusätzlich zum Gefahrzettel Nr. 2, mit den beiden Grossbuchstaben "UN" und der Kennzeichnungsnummer "1002" (für "Luft") zu kennzeichnen.

Schutz bei Transport der Flaschen

Gemäss Rn 2203 Abs. 1 der Anlage A müssen die Gefässe / Flaschen für Gase (auch Pressluft) - so verschlossen und dicht sein, dass ein Entweichen ausgeschlossen ist.
Verschlussventile müssen gemäss Rn 2213 Abs. 2 wirksam durch Schutzeinrichtungen geschützt sein.
Auf die Schutzeinrichtung über dem Verschlussventil kann verzichtet werden, wenn die "Pressluftflaschen" z.B. in Schutzkisten verpackt befördert werden.
Wird die Flasche ohne die genannten Sicherungseinrichtungen für das Entnahmeventil befördert, droht ein Bussgeld in Höhe von 1.000 Mark.
Wird ein solcher Verstoss in Hessen festgestellt, beträgt die Bußgeldhöhe 5.000 Mark.

Belüftung

Werden Versandstücke mit Gasen der Ziffern 1 bis 6 und 9c) (Luft hat die Ziffer 2a) in gedeckten Fahrzeugen (z.B. im geschlossenen Pkw) befördert, so müssen die Fahrzeuge gemäss Rn 21212 eine ausreichende Belüftung haben, und zwar unabhängig von der Menge.
Dies gilt also auch bei einer Pressluftflasche.
Die serienmässig vorhandenen Zwangsentlüftungen werden gegenwärtig noch nicht als ausreichend angesehen.
Für die innerstaatliche Beförderung von Pressluftflaschen (Luft der Klasse 2 Ziffer 2a) werden diese Belüftungsvorschriften über die Ausnahme Nr. 83 der GGAV jedoch ausgesetzt.

Feuerlöscher

Grundsätzlich ist ein 2-kg-Feuerlöscher mitzuführen, und zwar unabhängig von der Menge des beförderten Gefahrgutes.
Ein zusätzlicher 6-kg-Feuerlöscher ist erst erforderlich, wenn die Freigrenzenmenge der Tabelle der begrenzten Mengen überschritten wird.
Bei innerstaatlichen Beförderungen kann gemäß Ausnahme Nr. 85 auf den 2-kg-Feuerlöscher verzichtet werden, wenn die Freigrenzenmenge der Tabelle der begrenzten Mengen nicht überschritten wird.

So ich denke das reicht erst einmal. Wie bereits gesagt: Es gäbe noch viel mehr zu schreiben, aber ich denke hiermit sind die meisten Fragen beantwortet. Und das die transportierten Flaschen noch TÜV haben versteht sich von selbst, da dieser als erstes kontrolliert wird, auch wenn nicht nach einem Beförderungspapier gefragt wird.