Uwe in El Sid '06
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pic28214Ras Um El Sid in Ägypten, April/Mai 2006

Mein diesjähriger Tauchurlaub brachte mich zwischen dem 27.04. und dem 04.05.2006 zusammen mit zehn weiteren Arbeitskolleginnen/Arbeitskollegen bzw. Freunden nach »Ras Um El Sid« im Sinai, ca. 7 km von Sharm El Sheikh entfernt.

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Flug
Wie bereits auf dem Flug im vergangenen Oktober nach Marsa Alam hob die Maschine der Condor bereits mit Verspätung in Frankfurt ab (dies scheint beim Ziel Sharm El Sheikh via Marsa Alam wohl so dazu zu gehören – meine Reisen nach Hurghada verliefen jedenfalls mit der gleichen Airline immer pünktlich). Nach einer kurzen Zwischenlandung, bei der die Gäste für Marsa Alam das Flugzeug verließen, ging der Flug recht unspektakulär nach Sharm weiter.

Hotel
Wir hatten das Hotel »Dive Inn Resort« gebucht, das mit 4 Sternen angeboten wird. Es handelt sich um eine kleinere Anlage (128 Zimmer), bei der sich zweistöckige Bungalows um einen schönen und relativ großen Pool gruppieren (der Pool ist mit angenehm warmem Süßwasser gefüllt). Die Zimmer sind nicht ausgesprochen schön, aber sauber, zweckmäßig und verfügen über einen Balkon/Terrasse mit Blick auf den Pool. Ein von außen mehr schlecht als recht aussehendes Haupthaus mit Rezeption, Restaurant und Hotelhalle vervollständigen die Anlage.

Das Hotel war während unseres Aufenthalts nicht ausgebucht. Ich schätze, dass die Auslastung bei höchstens 50% lag.

In einem der Hotelbungalows befindet sich eine Tauchbasis, von deren Aktivitäten aber nie irgend etwas zu sehen war – ob sie überhaupt geöffnet war, kann ich nicht sagen.

Die Verpflegung (HP oder All Inklusiv) im Hotelrestaurant »Gourmet« war, zumindest was die Größe und Auswahl des Buffets anging, eher dürftig, weil sehr übersichtlich. Auf der Getränkekarte war ein Großteil des Angebots als nicht »All Inklusiv-fähig« gekennzeichnet (dies betraf nicht nur alkoholische, sondern ebenso nichtalkoholische Getränke). Das Essen war geschmacklich o. k.. Allerdings möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass fast alle Mitreisenden mehr oder weniger starke Magen- und Darmprobleme hatten (ein Teil sogar starke Magenkrämpfe), was die Urlaubsstimmung verständlich trübte.

Zum Frühstück wurden auch frische Omeletts gebraten – wenn man denn das Glück hatte, dass sich der »Chef der Pfannen« mal blicken lies. Da interessierte es das Bedienungspersonal auch nicht weiter, dass man sich vor leeren Pfannen die Beine in den Bauch stand – die gingen erst einmal an den Gästen vorbei in die Küche, um selbst zu frühstücken, statt den Koch rauszuschicken (kein Scherz – eine Mittaucherin ging ihnen nach und sah sie dort sitzen, während draußen die Leute warteten!).

An der Pool-Bar war auch schon mal Warten angesagt – die Angestellten schauten lieber erst einmal weiter Fernsehen. Dafür wurde die Bestellung, wenn erst einmal angenommen und zubereitet, freundlich an die Liege gebracht.

Da es sich bei dem »Dive Inn Resort« nicht um ein klassisches Strandhotel handelt (der liegt nämlich ca. 1,2 km entfernt) ist es zwar für Taucher, die ja bekanntermaßen ohnehin den Großteil ihrer Zeit auf einem Boot verbringen, in Ordnung. Für mitreisende Nichttaucher kann´s aber ganz schön langweilig werden. Ein kostenloser Hotelbus-Shuttle fährt zwar vom Hotel zu verschiedenen, teils kostenpflichtigen Stränden und zurück, aber eben nur zu festgelegten Zeiten.

Negativ ist weiterhin zu vermerken, dass einem Freund seine teure Digitalkamera aus dem verschlossenen Zimmer gestohlen wurde (er ging aus dem Zimmer, als dieses noch nicht gereinigt war und als er nach ca. 1 Stunde zurückkam, war das Zimmer zwar sauber, dafür war die Kamera auf dem Tisch weg). Die Aufklärung des Diebstahls (soweit man die »Bemühungen« überhaupt so bezeichnen kann) stellte sich so dar, dass zunächst erst einmal dem Facilitymanager, dann dem Securitymanager und schließlich dem Hotelmanager Bericht erstattet werden musste (dort ist jeder ein Manager), die das natürlich alle nicht glauben konnten (oder wollten), um anschließend die Bude des Freundes auf den Kopf zu stellen (er hätte sie ja verlegt haben können oder gar etwas gestohlen bekommen können, was er gar nicht besaß – alles verstanden? Aber den Besitz konnte er wenigstens anhand seines liegen gebliebenen Ladegeräts sowie Aussagen von Tauchkollegen nachweisen und die Kamera war ja nun mal tatsächlich weg). Schließlich wurde vom Management versprochen, die Angestellten zu befragen, aber da kam natürlich nichts dabei heraus. Auch den Weg zu Polizei hätte sich mein Kumpel sparen können – nur verlorene Zeit. So richtig Interesse hatte dort niemand an der Aufklärung des Diebstahls. Bleibt nur der Rat, künftig alles, was einen gewissen Wert darstellt, in den Hotelsafe an der Rezeption einzuschließen.

Tipp: Insektenvernichter bzw. Insektenschutz nicht zu Hause vergessen. In der ersten Nacht war an Schlafen nicht zu denken, weil einem ständig die Biester um den Kopf schwirrten. Am nächsten Morgen zierten ca. 20 Blutflecken die Wände, was aber nur ein kleiner Trost für die nächtliche Jagd war. Die Flecken waren übrigens nach Durchzug der Putzkolonne wieder weg.

Fazit: Bei der Vergabe der 4 Sterne waren vermutlich Bakshish (sorry, wenn falsch geschrieben, aber ihr wisst, was ich meine), Alkohol oder eine Shisha zu viel im Spiel.

Wetter
Das Wetter war teils wechselhaft, aber immer warm, so dass man auch abends auf einen Pullover verzichten konnte. Allerdings erlebte ich auch eine ägyptische Premiere – ca. 1 Stunde Regen.

Tauchbasis
Getaucht sind wir über die Basis von Werner Lau (Sharm El Sheikh), dessen Name wohl jedem Taucher bekannt sein dürfte. Vor dem Hotel wurden wir morgens um ca. 08:00 Uhr mit dem Bus der Tauchbasis abgeholt und in ca. 10 – 15 Minuten nach Sharm El Sheikh in die Naama Bay gebracht. Der morgendliche erste Eindruck erinnerte mich sehr stark an den Frankfurter Hauptbahnhof. Auf den ersten Blick scheint alles nach einem einzigen Chaos unter den kommenden und gehenden (hier: Tauchern) auszusehen (auf den zweiten Blick auch und auf den Dritten erst recht). Doch bei näherer Betrachtung ordnete sich alles zu einem gut funktionierenden Tauchbetrieb. Für die auslaufenden Schiffe stehen Namensschilder auf langen Bänken, um die sich die jeweiligen Taucher gruppieren, ihre Nitroxflaschen auf den O2-Gehalt überprüfen (Nitrox steht zertifizierten Tauchern kostenlos zur Verfügung) und beschriften, letzte Ausrüstungsteile besorgen oder sortieren und sich auf den Tauchtag vorbereiten.

Die Basisangestellten sind freundlich und hilfsbereit (unser Guide an Bord war übrigens Claus, den der ein oder andere von euch vielleicht noch aus den Zeiten der »Tauchpartner Hanau« kennt. Claus war während der gesamten Woche für uns ein kompetenter Ansprechpartner).

Getaucht wird mit den im Roten Meer üblichen 12 Ltr. Alutanks – für diejenigen, die ein wenig mehr Luft verbrauchen, stehen aber auch 15´er Flaschen zur Verfügung (ich glaube gegen Aufpreis).

Da ich selbst über eine komplette Ausrüstung verfüge, kann ich nicht viel über die Leihausrüstungen sagen, vom Hinsehen machten sie aber einen ordentlichen Eindruck – die üblichen Abnutzungen an den Neoprenanzügen inklusive.

Die Schiffe entsprechen dem guten Eindruck der Tauchbasis. Platz war immer ausreichend vorhanden. Die Ausrüstungen wurden inklusiv der Flaschen vom Staff an Bord gebracht. Sofern der Tauchgang am kommenden Tag auf dem gleichen Schiff stattfand, blieb sie über Nacht an Bord. War der nächste Tauchgang auf einem anderen Schiff von Werner Lau´s Flotte, wurde die Ausrüstung vom Staff abends zurück auf die Basis und am nächsten Tag auf das andere Schiff transportiert. Einziger Nachteil: Es besteht während der ganzen Zeit keine Möglichkeit das Equipment ausgewaschen, um es vom Salzwasser zu befreien.

Was die Verpflegung an Bord angeht, gibt es die Möglichkeit nur Getränke zu ordern (20 ägypt. Pfund = ca. 3 EUR/Tag) oder Getränke und Mittagessen zu bestellen (40 ägypt. Pfund = ca. 6 EUR/Tag). Enthalten sind Getränke so viel man will (Wasser, Cola, Kaffee, versch. Teesorten) bzw. ein köstlich aussehendes und variantenreiches Mittagessen, das auf dem Schiff zubereitet wird und dem Hotelessen vom »Dive Inn Resort« bestimmt in nichts nachsteht – im Gegenteil!

Fazit: Die Basis kann ich nur weiterempfehlen.

Tauchplätze
Zunächst wurden lokale Tauchplätze angefahren, da sich Claus erst einmal einen Eindruck von den Tauchern machen wollte (wir hatten in dem einwöchigen Urlaub auch den ein oder anderen relativ unerfahrenen Open-Water-Diver dabei). Die Taucher werden je nach Erfahrung, Brevetierung, Anzahl der geloggten Tauchgänge und sicher noch weiteren Kriterien in die Kategorien 1 (niedrigste Kategorie) bis 5 eingeteilt.

Die lokalen Tauchplätze brachten den Vorteil, dass die zurückzulegenden Wege mit dem Schiff recht kurz und das Meer darüber hinaus spiegelglatt war, was ansonsten nicht unbedingt der Fall war. Bei der Einteilung der Buddyteams waren wir weitestgehend autonom und flexibel.

Angefahren wurden z. B. Ras Kathi, Fiddle Garden, Ras Kathi (Drift), Middle Garden, Woodhouse in der Straße von Tiran, Ras Nasrani etc.. Das Nationalparkgebiet von Ras Mohammed (mit 5 EUR aufpreispflichtig) wird ebenso regelmäßig besucht, wie Tauchplätze mit Chancen auf Hai-Sichtungen (dann geht´s aber morgens bereits um ca. 06:30 Uhr mit dem Bus vom Hotel los). Wer sich gerne Wracks anschaut, dem stehen z. B. die »Dunraven« oder aber die »Thistlegorm« zur Verfügung (Thistlegorm -Hotelabholung um ca. 04:00 Uhr- wird wegen der langen Anfahrt zudem mit einem zusätzlichen saftigen Aufpreis von 70 EUR + 5 EUR Nationalparkgebühr berechnet. Wegen den vorherrschenden Bedingungen an der Thistlegorm ist die Voraussetzung zur Teilnahme am Tauchgang eine Mindesteinstufung des Tauchers in Kategorie 3).

Üblich sind zwei Tauchgänge am Tag vom Schiff. Je nach Tauchspot, Wetter oder Wunsch der Gäste wurden aber auch drei Tauchgänge durchgeführt. Der Zusatztauchgang kostet ca. 20 EUR extra.

Beim Tauchen innerhalb einer Gruppe wurden uns hinsichtlich der Länge der Tauchgänge keine Vorschriften (im Sinne von ».... sobald einer keine Luft mehr hat, gehen alle hoch«) gemacht, so dass ich mit meinem Buddy die Tauchgänge mit noch immer reichlich Restdruck im Tank auf 60 Min. ausdehnte.

Im Falle von Drift-Tauchgängen wurden wir bereits kurze Zeit nach dem Auftauchen vom Schiff »aufgesammelt« (an Bord ist kein extra Zodiak vorhanden) und nach gezieltem Wurf einer Boje herangezogen. Langes Warten im Wasser gab es nie, was sich bei stärkerem Seegang sehr positiv bemerkbar machte. Beim Einsteigen war die Besatzung immer behilflich. 

Zu sehen gab´s die übliche Rotmeer-Fischsuppe mit Blaupunktrochen, Barrakudas, Zackenbarschen, Napoleons, Schwärmen von Glasfischen, Wimpelfischen, vielen Quallen, Rotfeuerfischen, Doktor- und Falterfischen, Flötenfischen, Makrelenschwärmen, mal ´nem einsamen Hai, wenn´s langsamer geht Nacktschnecken sowie sehr schönen Hart- und Weichkorallen und .... und ... und ...

Rahmenprogramm
Der ein oder andere von unserer Gruppe nahm auch noch andere, nicht taucherische Events, nämlich die Möglichkeit zu einem Kamelritt und zu einem Beduinen-Dinner, wahr.

Ein Wort zum Schluss
Das »Dive Inn Resort« in Ras Um El Sid kann man buchen - muss man aber nicht. Und wenn doch, dann sollte man sich darüber im klaren sein, dass der Hotelstandard auch im Ausland dem eines 2 + bis maximal 3 Sterne Hauses entspricht.

Die Tauchbasis von Werner Lau in Sharm El Sheikh kann ich, wie bereits oben erwähnt, uneingeschränkt weiterempfehlen.

... und immer 50 bar Restdruck

Uwe