Uwe in Safaga '07
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Safaga in Ägypten, April/Mai 2007

Nach fünf langen Monaten ägyptischer Tauchabstinenz ging es zwischen dem 30.04. und dem 07.05.2007 zusammen mit fast 20 weiteren Arbeitskolleginnen/Arbeitskollegen bzw. Freunden nach »Safaga«.

Flug/Hoteltransfer

Der CONDOR-Flug startete mit halbstündiger Verspätung (Fluggäste eingecheckt, Gepäck an Board verladen, Gäste nicht erschienen, Gepäck wieder aus der Maschine) um 08:15 Uhr von Frankfurt nach »Hurghada« und landete dort nach ca. 4 ¼  Stunden Flugzeit.

Am Flughafen fiel mir auf, dass sich an der Dauerbaustelle seit November des vergangenen Jahres offensichtlich doch etwas tut. Er ist zwar noch immer nicht fertig gestellt, aber die Bretterzäune werden langsam weniger.
Nachdem das Einkleben der Marke in den Pass sowie die übliche Passkontrolle plus Einreise-Stempel sowie der Kontrolle desselben durch einen zweiten Beamten abgehakt war (kein Scherz – das ist dort so), konnte es weitergehen. Aber das Wichtigste: Juhuuuuuuu – ich war wieder in Ägypten und damit im Schlaraffenland für Taucher. 

An den Flug schloss sich ein 1 ¼  stündiger Bustransfer in das ungefähr 60 Km südlich gelegene »Safaga« an.

Hotel

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Das »Holiday Inn Resort Safaga Palace« sollte uns für die kommenden 7 Tage aufnehmen.

Ich gebe zu, dass ich zum Zeitpunkt der Buchung vor ca. 6 Monaten große Bedenken hinsichtlich des Hotels hatte. Grund war eine Recherche auf einer der vielen Hotelbewertungsseiten im Internet. Die Urlauber, die sich zu einer Beurteilung hinreißen ließen, waren grundsätzlich in zwei Lager geteilt. Nämlich in diejenigen, die das Hotel in allen Tönen lobten und in die, die es als die letzte Absteige ansahen. Bewertungen dazwischen gab es kaum. Bemängelt wurden vor allem der schlechte Service des Hotelpersonals und dessen Bereitschaft bzw. Einstellung zur Arbeit (vor allem gegenüber den All Inclusive-Gästen, da von diesen offensichtlich das geringste Trinkgeld zu erwarten war). Das Essen im Hotel kam übrigens auch nicht viel besser weg. Auch war davon die Rede, dass es sich bei dem Resort gar nicht um eines der »Holiday Inn«-Hotelkette handeln würde, sondern es lediglich deren Name benutze!?!?!?

Mut machte mir allerdings eine Mittaucherin, mit der ich im November 2006 in »Hurghada« sprach (siehe meinen vorangegangenen Bericht), und die zwei Monate zuvor im »Holiday Inn« und sehr zufrieden war. Da ich sie schon länger persönlich kenne, vertraute ich ihren Worten und buchte. 

Wie dem auch sei – die ursprünglichen Befürchtungen bewahrheiteten sich glücklicherweise nicht.

Das Hotel besteht aus mehreren 3-stöckigen Häusern (EG, 1. und 2. OG), die teilweise Meerblick und Blick auf den Pool bieten. Dazu gehört abhängig von der Lage ein Balkon oder eine Terrasse. Nichtraucherzimmer sind ebenfalls vorhanden. Unsere Gruppe hatte Zimmer mit gebuchtem Meerblick. Sie sind für zwei Personen ausreichend groß und mit getrennten Betten ausgestattet. Das Bad war ebenfalls groß genug, wobei die Dusche etwas mehr Platz bieten könnte. Dafür war alles sauber und ordentlich. Ein kostenloser Safe steht an der Rezeption zur Verfügung. Tipp: Wenn möglich sofort beim Einchecken mieten, zumindest aber reservieren (das Hotelpersonal vertröstet gerne auf den Abend ab ca. 20:00 Uhr). Das Problem besteht nämlich darin, dass weitaus mehr Zimmer, als Safes vorhanden sind. Also nicht lange warten, sonst war´s das mit einem Safe.

Die Verpflegung wird als All Inclusive oder Halbpension angeboten, wobei für Taucher wohl kaum AI in Frage kommt. Alle Mahlzeiten waren reichhaltig und abwechslungsreich, so dass für jeden Geschmack etwas dabei sein dürfte. Der Service funktionierte im großen und ganzen auch. Es kam zwar schon mal vor, dass man gar nicht erst nach Getränken gefragt wurde, aber hier unterstelle ich keine Absicht. Getränke etc. werden übrigens zwecks Zahlung auf die Zimmerrechnung geschrieben. Man sollte sich jedoch nicht wundern, wenn das Personal einem schon den Block zum Unterschreiben gibt, während einem noch das Hühnchen zwischen den Zähnen steckt (bei uns nennt man das einen klassischen Rauswurf). Aber wir waren ja schliesslich in Ägypten und da herrscht eben nicht der deutsche Perfektionismus.

In der Hotelanlage befindet sich ein ebenfalls recht grosser und sauberer Pool, der nach den Tauchgängen oder an tauchfreien Tagen zum Relaxen einlädt. Sowohl am Pool, als auch am hoteleigenen Strand stehen ausreichend viele Liegen und Sonnenschirme zur Verfügung. Der bei manchen Urlaubern sehr beliebte Nachtlauf mit anschliessender Reservierung von einem halben Dutzend Liegen für zwei Personen bliebt daher zum Glück aus. Ein Handtuchservice ist ebenfalls vorhanden

Merke: Vielleicht die angesprochenen Hotelbewertungsseiten im Internet nicht zu hoch bewerten – der eine isst eben gerne sein Steak roh, und der andere gerne als Schuhsohle.

Meine Bewertung: 5 von 6 Schnorcheln

Wetter

Wie zu dieser Jahreszeit üblich war es tagsüber mit fast 30 °C bereits richtig warm. Da ich seit Jahren immer wieder zur gleichen Zeit (Ende April/Anfang Mai) nach Ägypten reise, habe ich recht gute Vergleichsmöglichkeiten, was die Nachttemperaturen angeht. Und dieses Mal war es richtig warm. Das oftmals morgens oder abends benötigte Sweat-Shirt oder der Pullover konnten getrost im Schrank bleiben – ein T-Shirt reichte wegen der herrschenden Windstille vollkommen aus. Pullover / Sweat-Shirt oder – noch besser – ein  Kapuzen-Sweat-Shirt sollte im Urlaubsgepäck aber trotzdem nicht fehlen, denn sie tun auch recht gute Dienste auf dem Schiff (es kommt leider immer wieder vor, dass sich Taucher nach dem Tauchgang bedingt durch Salzwasser im Ohr in Verbindung mit dem Wind auf See eine Ohrenentzündung einhandeln, als deren Folge die Tauchgänge der kommenden Tage schnell erst einmal gestrichen sein können. Vorbeugend für diese bakteriellen Entzündungen sollten anfällige Naturen ihre Ohren nach den Tauchgängen mit Frischwasser ausspülen und vor Zugluft schützen).

Tauchbasis

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Getaucht sind wir mit dem »Duck´s-Dive-Center«, das sich auf der Hotelanlage befindet. Das bedeutet kurze Wege und hat zudem den Vorteil, dass man morgens noch ein wenig länger schlafen kann, was bei einer außerhalb liegenden Basis und einem damit verbundenem Transfer nicht möglich wäre (schlimm genug, dass man um spätestens 08:30 Uhr Ortszeit (= 07:30 Uhr MESZ) in der Basis sein muss – man hat ja schließlich Urlaub!).

Die Basis bildet nach den Standards von z. B. PADI, SSI und CMAS aus. Technisches Tauchen mit verschiedenen Atemgasen stehen dort genau so auf dem Programm wie die Möglichkeit, sich an einen Rebreather heran zu wagen. Neben den üblichen Tagestouren mit 2 Tauchgängen werden auch Halbtagestouren angeboten. Die Tauchbasis verfügt über 6 eigene Schiffe, mietet, wie in unserem Fall, bei Bedarf aber noch weitere Schiffe an. Alle Boote sind standardmässig mit Rettungswesten, Notfallkoffer, Sauerstoff und Funk ausgestattet. Für den Verleih stehen 40 komplette Ausrüstungen sowie Stahl- und Aluflaschen zur Verfügung. Da es sich bei den »Duck´s« um eine deutsche Tauchbasis handelt, besitzen die Flaschen DIN-Anschlüsse. Getaucht wird in der Regel mit den im Roten Meer üblichen 12 Ltr. Aluflaschen, es steht aber auch, wie oben beschrieben, eine begrenzte Anzahl von Stahlflaschen zur Verfügung.

Vor dem ersten Tauchgang steht natürlich der obligatorische Verwaltungsaufwand – das ist in Ägypten auch nicht anders, als bei uns zu Hause, eher schlimmer. Aber Spaß beiseite. Was sein muss, muss sein. 

Die Basis bietet das 5 Tage-Tauchpaket (10-TG) z. Z. zu 210,-- EUR an. Im Preis sind Bootsfahrt, Blei, Flaschen und Luft enthalten. Nitrox (EAN32) wird, so wie es sich gehört, gegenüber entsprechend zertifizierten Tauchern »… for free« angeboten. Extra berechnet wird die in Ägypten zwischenzeitlich fast überall an die HEPCA zu zahlende Marineparkgebühr in Höhe von 3,-- EUR/Tag sowie spezielle Tauchgänge wie z. B. Nachttauchgänge (28,-- EUR exklusiv Lampe).

Positiv fiel mir auf, dass die Basis von Nichttauchern für den Tag an Bord des Schiffs nur 7,-- EUR oder 8,-- EUR verlangte. Ich kenne Tauchbasen, die dafür mehr als das Doppelte verlangen.

Da wir auf Grund unserer Personenzahl von vornherein minimal 100 Tauchtage* buchten,

  • hatten wir ein eigenes Boot und
  • bei den Preisen war auch ein Rabatt drin.

*Pfiffige Taucher machen mir jetzt die Gegenrechnung auf: 1 Woche abzgl. An- und Abreisetag x 20 Personen = je nach Flugzeit max. und nicht minimal 100 Tauchtage. Stimmt und stimmt doch nicht, weil einige Taucher gleich zwei Wochen in »Safaga« Urlaub machten.

Das »Duck´s-Dive-Center« hinterlässt einen durchweg positiven Eindruck. Alles ist ordentlich und sauber inklusiv des Kompressorraums, in dem auch die Prüfprotokolle eingesehen werden können. Das »DDC« bietet neben einem gut sortierten Ausrüstungsverleih auch Souvenirs wie T-Shirts mit hauseigenem Logo und sonstige Kleinigkeiten zum Verkauf an. Die Mitarbeiter der Basis sind sehr freundlich und hilfsbereit. Am Ankunftstag haben wir uns gleich erst mal das Dive-Center angeschaut und wurden innerhalb kurzer Zeit von 3 verschiedenen »Duck´s« gefragt, ob man weiterhelfen könne. Da fühlt man sich doch gleich gut aufgehoben.

Den Transport des Equipments zum/vom Schiff übernimmt der wichtigste Mitarbeiter der Basis mit dem Namen »Bonsai«. Es handelt sich dabei um einen nicht mehr ganz jungen, aber um so gutmütigeren Esel, der unermüdlich und geduldig Tag für Tag seinen angespannten Karren von der Basis zu den Schiffen und zurück zieht und daher in meiner Beschreibung nicht fehlen darf.

An das »DDC« angeschlossen ist eine Bar des Hotels, an der man sich nach den Tauchgängen das berühmte Deko-Bier bestellen und mit Snacks den kleinen Hunger stillen kann.

Meine Bewertung: 5,5 von 6 Schnorcheln

Schiff

Ausgelaufen sind wir in der Regel morgens zwischen gegen 08:45 Uhr Ortszeit (= 07:45 Uhr MESZ), die Rückkehr lag je nach Lage des Tauchspots zwischen 15:00 und 16:00 Uhr. Die Fahrtzeiten betrugen je nach Entfernung zwischen ½ Stunde bis 1 ½ Stunden.

In Anbetracht der Größe unserer Tauchgruppe hatten wir ein Schiff für uns allein. Am ersten Tauchtag hatten wir das Vergnügen, auf der »Volkert 1« (zusätzlich von der Basis angemietet) zu fahren, die sich zwar als groß, aber relativ unpraktische erwies, da sie über keinerlei Sitzmöglichkeiten auf dem Tauchdeck verfügte.

Ab dem 2. Tag stand uns exklusiv die »Milinum« (»Millenium«) zur Verfügung, die die »fundivers« bereits von einem »Männertörn« kennen. Das Schiff war in ordentlichem Zustand und, da ursprünglich als Safarischiff eingesetzt, für Tagestouren ebenfalls schön groß. Zur Entspannung stand ein teils schattiges Oberdeck sowie ein Sonnendeck zur Verfügung. Sauerstoff, Notfallkoffer und eine Rettungsinsel gehörten zur Sicherheitsausrüstung. 

Die freundliche Crew half beim Aufröteln und nahm nach den Tauchgängen noch auf der Tauchplattform die Flaschen aus dem Jackett.

Damit niemand an Hunger leiden musste, kochte sie für 20 ägyptische Pfund (Stand 30.04.2007 waren 7,68 ägyptische Pfund = 1,-- EUR) ein köstliches Mittagessen. Wasser und Softdrinks standen ebenfalls für 3 – 4 ägyptische Pfund bereit; Tee wurde kostenlos abgegeben. 

Unsere Ausrüstung durften wir – je nach Lust und Laune – nachts auf dem Schiff lassen oder in abgeschlossenen Räumen der Tauchbasis deponieren.

Meine Bewertung: 5 von 6 Schnorcheln

Tauchplätze

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Die Tauchplätze im südlicher gelegenen »Safaga« empfand ich im Gegensatz zu denen in bzw. um »Hurghada« als nicht so überlaufen. Sind in Hurghada 10 Schiffe an einem Tauchspot keine Seltenheit, so waren es in bzw. um »Safaga« in der Regel nicht mehr als 3 Schiffe.

Welche letztendlich die Schöneren sind, sollte jeder Taucher für sich entscheiden.

Waren die Nachttemperaturen überdurchschnittlich warm, empfand ich die Wassertemperaturen dieses mal mit 23° C als relativ kalt – aber das ist sicher Ansichtssache.

Folgende Tauchplätze wurden in der Woche angefahren:

  • Tobia Island: Viele Quallen (die Ungefährlichen – von den Gefährlichen hatten wir aber auch genug an anderen Plätzen), Rotfeuerfische, Kugelfische, schöne Weichkorallen.
  • Tobia Kebir: Blaupunktrochen, Hartkorallen.
  • Tobia Arba: Sehr schöner Tauchplatz, leider teilweise schlechte Sicht. Kugelfische, Drachenköpfe, Glasfischschwärme, Rotfeuerfische, großer Zackenbarsch.
  • Gamul Soraya: Viele Quallen (diesmal die Gefährlichen – die Biester schossen mit ihren Tentakeln nur so um sich, was man an ungeschützten Stellen der Haut wie Händen und Gesicht, vor allem den Lippen zu spüren bekam). Ansonsten aber ein super Tauchgang mit Strahlenfeuerfischen, Teppichkrokodilfisch, Röhrenaalen, Wimpelfischen und einem Tintenfisch, der sich gerade eine andere Farbe zulegte.
  • »Salem Express«: In nicht allzu großer Entfernung (ca. 1 bis 1 ½ Stunden Fahrzeit mit dem Tauchboot) liegt das Wrack der »Salem Express«. Da bei dem Untergang der Fähre im Dezember 1991 offiziell mehr als 300 Pilger ihr Leben verloren – nach inoffiziellen Schätzungen gab es sogar zwischen 800 und 1.000 Tote (viele von ihnen wurden für immer in dem Wrack eingeschlossen), sollte jeder Taucher für sich entscheiden, ob er an einem Tauchgang zu dem Schiff teilnimmt oder nicht. Zu bedenken ist dabei auch, dass ein Tauchgang wegen dort manchmal herrschender rauer See nicht immer einen „Spaziergang“ darstellt und schon allein deshalb der ein oder andere Tauchgang an Erfahrung mitgebracht werden sollte. Die »Duck´s« erwarten 30 geloggte Tauchgänge bzw. PADI AOWD oder eine vergleichbare Ausbildung.
    Bei dem Tauchgang bekamen wir Kugelfische, Papageienfische und eine recht große Muräne zu sehen.
    Das »DDC« rechnet den Tauchgang zur »Salem Express« übrigens ganz normal ab, d. h., er ist nicht, wie z. B. von »Hurghada« aus (größere Entfernung), aufpreispflichtig.
  • Tobia Soraya: Riesenmuscheln, Kugelfische, Schildkröte. Schöne Lichtstimmungen.
  • Gamul Soraya: Gleicher Platz wie Nr. 4, allerdings als Nachttauchgang und diesmal mit einer spanischen Tänzerin.
  • Panorama Reef, Süd: Phantastischer Tauchplatz mit Steilwand (ca. 200 Mtr.), große Muscheln, Kleinfischschwärme, jede Menge Flötenfische (waren so neugierig, dass sie einem sekundenlang in die Maske schauten).  
  • Panorama Reef, Nord: Ebenso wie Panorama Reef Süd ein toller Tauchplatz mit Steinfisch, Strahlen- und Rotfeuerfischen, Flötenfischen und einer Schildkröte namens »Quasimodo« (den Namen hat sie bekommen, weil ihr ein Stück im Panzer fehlt und das nach Erzählungen mal einem größeren Gebiss im Wege stand). 
  • Abu Kafan, Süd: Auch hier eine großartige Steilwand (ca. 200 – 300 Mtr.) mit tollen Überhängen, an denen sich schöne Kleinfischschwärme tummeln. Am Süd-Erg starke Gegenströmung!
  • Abu Kafan, Nord: Fortsetzung der Steilwand mit Kugelfischen, Muränen, Blaupunktrochen und kleinen Fischschwärmen. Der Tauchgang könnte noch Stunden so weiter gehen.
    Die Rückfahrt wurde durch eine Schule von Delfinen gekrönt, die sich mit dem Schiff ein Wettrennen lieferten. Was kann es da noch schöneres geben?

Meine Bewertung: 6 von 6 Schnorcheln

Rahmenprogramm

Im Rahmen unseres Aufenthalts organisierten die »Duck´s« ein Abendessen vom Grill in Strandnähe. Kostenpunkt 15,-- EUR/Person.

Sofern man abends mal etwas anderes, als die Hotelanlage sehen will, bietet sich auf der anderen Straßenseite ein kleines Ladenzentrum an, in dessen Innenhof man sich gemütlich auf ein Bier, einen Softdrink oder einen Tee treffen kann.  

Ansonsten ist in der Nähe des »Holiday Inn Resort Safaga Palace« nicht viel los. Einige Mittaucherinnen und Mittaucher sind deshalb mal mit dem Taxi zum Einkaufen nach »Hurghada« gefahren. Aber das sind eben 60 Km.

Die Ägypter und das liebe Geld

Irgendwann ist auch der schönste Urlaub vorbei und dann kommt – zumindest in Ägypten – eine der schwierigsten Hürden: Wie möglichst problemlos und schnell an den »Bakshish-Jägern« vorbeikommen (einheimische Kofferträger und sonstige selbst ernannte und sich ungebeten/-gewünscht aufdrängende Dienstleister, bei denen es sich, wenn man deren steuerfreien Verdienst mal hochrechnet, um Millionäre handeln muss)?

Nur mal so zusammengefasst:

  • Tauchrucksack/Koffer vom Hotelzimmer an die Rezeption – Hand auf, »Bakshish«. Sehe ich ein, da teilweise lange Wege über Treppen mit schwerem Gepäck. Also bitte schön, gerne.
  • Koffer mit einem Griff vom Bürgersteig in den Bus – Hand auf, »Bakshish«. Ich glaube, es geht los!!!
  • Koffer am Flughafen mit einem Griff aus dem Bus auf den Bürgersteig – Hand auf, »Bakshish«. Sh. oben
  • Gepäckwagen gefällig? – Hand auf, »Bakshish«. Nein danke, mein Tauchrucksack/Koffer hat Rollen und wem gehört der Wagen eigentlich? Dem Flughafen – aha, interessant. 
  • Passkontrolle durch einen Beamten der »Tourist-Police« – Hand auf, »Bakshish«. Das war mir bis jetzt neu, dass auch Staatsdiener so offen die Hand aufhalten. Aber man ist ja lernfähig. Trotzdem gibt es nichts!!! Durfte den Flughafen aber auch so betreten.
  • Koffer mit einem Griff vom Boden auf das Transportband zum Durchleuchten – Hand auf, »Bakshish« und zwar 1,-- EUR/Gepäckstück: Hände weg von meinen Sachen!!!
  • Koffer mit einem Griff vom Boden auf das Transportband am Check-In-Schalter – Hand auf, »Bakshish«: Weg da, das kann ich selber!!!
  • Noch reichlich Zeit bis zum Abflug. Da kann ein Gang zur Toilette nichts schaden, der Flug ist ja recht lang. Prima – vor den Toiletten sind Schilder in verschiedenen Sprachen »No Tipp, kein Trinkgeld, …«. Aber da stehen ja schon zwei Burschen mit offener Hand. Regt mich jetzt bloß nicht auf!!! Rein in die Toilette. Dort ist guter Rat sprichwörtlich teuer, denn das Toilettenpapier fehlt (bestimmt absichtlich) und das gibt es – richtig – gegen »Bakshish« bei den beiden Kerlen, die sich am Eingang an der Tür festgehalten haben.

Bitte nicht falsch verstehen: Ich habe nichts gegen ein angemessenes Trinkgeld, wenn es gerechtfertigt ist (das Reinigungspersonal der Hotelzimmer z. B. bekommt tatsächlich nur ein geringes Gehalt und ist sicher zum Teil auf Trinkgeld angewiesen). Aber 1,-- EUR/Gepäckstück zu bezahlen, nur weil ihn jemand aus dem Bus hebt (ja haben die Ägypter denn die galoppierende Inflation?)? Das kann es meines Erachtens nicht sein und da hilft letztendlich nur eines – selbst zupacken und die oftmals penetranten Helferlein ignorieren. Auch, wenn anschließend die Flüche sämtlicher Pharaonen  auf einen nieder gehen. 

Fazit

Nach verschiedenen Ägypten Aufenthalten in »Hurghada«, »Sharm El Sheikh« und »Marsa Alam« mit Tagestauchtouren bzw. der Tauchsafari auf der Südtour »Männertörn 2005« mit den »fundivers« (sh. jeweils vorangegangene Berichte) war »Safaga« für mich eine neue Erfahrung.

Wer Jubel, Trubel, Heiterkeit und (Touristen-)Kneipenmeilen wie auf Malle [nicht Malediven, sondern Mallorca] und blinkende Lichter wie in Las Vegas benötigt (Sharm) oder ein Geschäft neben dem anderen (Hurghada) sucht, der ist in Safaga sicher enttäuscht. Dort werden die Gehsteige abends zwar nicht ganz hochgeklappt (wobei die Betonung auf »ganz« liegt), aber viel mehr ist da eben nicht. Es gibt jedoch auch Urlauber, die das alles nicht unbedingt brauchen – ich würde jedenfalls wieder kommen.

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Uwe